Sonntag fand nun endlich das
Mantrailing-Seminar bei Diana Drewes statt, auf das ich mich schon lange gefreut hatte.
Nicht ganz so groß war allerdings die Freude, als um zwanzig nach sechs der Wecker klingelte und mir klar wurde, dass ich das nicht nur geträumt hatte. Sally guckte mal eben kurz von ihrem Kissen hoch und sandte mir einen klaren Blick zu: "Du spinnst".
Aber Punkt halb acht standen wir mit unserer Ausrüstung am Eisenbahnausbesserungswerk, wo wir auch schon wenige Augenblicke später von Andrea und Claudia aufgesammelt wurden. Stadtauswärts wartete noch "Familie Sina" auf uns. Gabi und Klaus-Peter fuhren hinter uns her, und nach gut einer Stunde Fahrt erreichten wir Henstedt-Ulzburg.
Es dauerte eine Weile, bis wir Dianas Haus gefunden hatten, aber wir waren wohl alle froh, dass der theoretische Teil dort und nicht in der kalten freien Natur stattfand. Wenigstens regnete es nicht, und auch der Wind war nicht sonderlich stark. Bis gegen halb elf erklärten uns Dagmar und Meike, zwei Mantrailerinnen aus Kiel, die Grundlagen dieser Hundesportart. Scentpool, Luftströmungen, thermikfreie Tage, Backtrails - ich glaube, nicht nur mir rauchte der Kopf, als wir damit durch waren.
Die kurze Pause, in der wir uns um die Hunde kümmern konnten, nutzte Sally, wie konnte es anders sein, um zu demonstrieren, dass sie solche Begriffe wie "komm", "hier", oder auch ihren Namen noch nie gehört hatte. Wahrscheinlich war sie der Meinung, Nasenarbeit schließe die Betätigung der Ohren komplett aus. Nach gefühlten zwei Stunden hatte ich sie wieder eingefangen, und nach der Pause ging das Training weiter, noch immer ohne Hund.
Nun zeigten uns Dagmar und Meike verschiedene 5m-Leinen aus den verschiedensten Materialien, von Leder bis Neopren. Nachdem wir sie reihum angefasst hatten, kamen wir zu dem Ergebnis, dass die Entscheidung, welche die angenehmste war, eine sehr individuelle war.
Wir bekamen die Aufgabe, zusammen mit jemand anders aus der Gruppe die Mensch-Hund-Situation beim Trailen nachzuspielen. Die Eine ( bis auf Klaus-Peter waren es alles Frauen) kam an die Leine, die Andere mußte den "Hund" durch richtiges Handling der Leine zu einem bestimmten Punkt führen. Es war, da waren wir uns einig, gar nicht so leicht.
Endlich, nach der Mittagspause, ging es dann mit den Hunden ins Gelände. Als erstes erklärten die beiden Trainerinnen, was so zu einer
Trailingausrüstung gehört. Und nicht nur das war zu bedenken. Immer wieder wiesen uns Dagmar und Meike darauf hin, wie wichtig es sei, sauber und sorgfältig zu arbeiten, gerade mit unerfahrenen Hunden, und erklärten uns, worauf wir achten mussten.Und das war so Einiges.
Dann ging es los. Die erste war Sina, und sie erwies sich als ein absolutes Naturtalent. Die Trainerinnen waren begeistert und wir von Sweety Dogs sehr stolz auf sie.
Der Ablauf der ersten Übungen war so, dass ein Mitglied der Gruppe sich verstecken musste, wobei der Hund erst mit den Augen folgen durfte. Dabei verlor die zukünftige "vermisste Person" einen stark nach ihr riechenden Gegenstand. Sobald sie nicht mehr zu sehen war, war es soweit. Den Hund an den Gegenstand heranführen, Kommando, und los ging die Suche.
Natürlich fanden alle Hunde die Zielperson schnell, waren sie doch alle Musterschülerinnen und Musterschüler. Es zeigten sich aber deutlich die Unterschiede in der Art des Suchens. Während Sina stark am Boden suchte, zeigte Sally die typischen Zeichen der Stöbersuche, sie setzte Augen und Nase ein ( Ohren waren ja zuhause geblieben!).
Für Sally gab es noch eine unbeabsichtigte besondere Schwierigkeit. Als sie in einen Winkel nehmen sollte, kamen plötzlich zwei Radfahrer und kreuzten unseren Weg. (Derartige Ablenkungen sind erst so ungefähr ab Trainingsstunde Nr. 15 vorgesehen.) Nach kurzer Irritation nahm meine Püppi die Spur wieder auf und fand auch die gesuchte Zielperson, die ja schließlich ihr geliebtes "Schweini" hatte und eine ordentliche Runde mit ihr spielte. Ach, was war ich stolz auf meinen kleinen süßen supertollen Hund!
Nachdem alle Hunde durch waren, durfte Sina noch eine Übung ausprobieren, die schon etwas schwieriger waren, das Splitting, die Unterscheidung von zwei Personen, von denen eine "die falsche" war. Eine andere Übung war noch das Line-up, das Herausfinden der richtigen Person unter fünf Leuten, die von einer Labradorhündin gezeigt wurde.
Der Kurs war dann gegen halb vier zu Ende, und wir alle waren auch völlig geschafft. Auch die Hunde waren müde. Nasenarbeit ist sehr anstrengend für den Hund, das wird oft unterschätzt.
Aber Spaß hat es gemacht, ganz, ganz viel, uns und den Hunden.Wir möchten mehr davon!
Und wie es aussieht, könnte auch in Glückstadt schon bald eine Mantrailing-Gruppe entstehen.Wer daran Interesse hat, der melde sich bitte.
Mehr zum Mantrailing findet Ihr hier:
www.mantrailing-mania.dewww.nasenarbeit.de