Nachdem uns das Mantrailing-Fieber einmal gepackt hatte, warteten Sally und ich voller Spannung auf den Sonntag, der ja nun der Start in unsere wunderbare abenteuerreiche Mantrailing-Zukunft werden sollte.
Jeden Tag beäugte ich argwöhnisch den Wetterbericht, aber Sonntagmittag hatte das Wetter ein Einsehen, es regnete ( noch) nicht. Und so machten wir uns auf den Weg, ausgerüstet mit GAs ( Geruchsartikeln), langer Trailingleine, Belohnungsleckerli und natürlich dem unvermeidlichen Schweini als potentielles Highlight nach einer gelungenen Spurensuche.
Um 14 Uhr trafen wir uns mit den Anderen vor der Hundeschule. Die Anderen, das waren Sina mit Gabi und Klaus-Peter, die zwei Freunde mitbrachten, die sich netter Weise bereit erklärt hatten, sich zu verstecken. Und Sally`s Wurfschwester, mit Namen ebenfalls Sally mit Frauchen Trixie.
Den Park hatten wir in den Tagen vorher schon sorgfältig gemieden, um keine unbeabsichtigten Geruchsspuren zu legen. Wir ließen den Hunden Zeit, sich zu begrüßen, und nachdem bis kurz nach 14 Uhr keine weiteren Teilnehmer mehr dazu gekommen waren, fingen wir an.
Sally und ich machten den Anfang. Ich sortierte im Geiste alles, was Meike und Dagmar uns eingeschärft hatten: "Als Erstes Hund fertig machen und auf keinen Fall die Ritualisierung vergessen."
Geschirr als Ritualisierungsgegenstand ging nicht, das trägt sie ja jeden Tag. Also hatte ich mich für ein Halstuch entschieden als Signal für das, was kommen würde. Ich hielt es Sally unter die Nase und band es ihr dann das Geschirr. Lange Leine an, kurze Leine ab. Einer von Gabi`s und Klaus-Peter`s Freunden bekam Schweini mit auf den Weg und lief los, ließ ein Tuch fallen, und ich führte mein Hundchen zu dem Gegenstand. Sally setzte sich fröhlich in Bewegung, hob das Tuch auf, und fing an damit zu spielen.
Mein sorgfältig einstudiertes Trailing-Kommando "Go" blieb mir fast im Hals stecken, während Püppi erst einmal interessiert über die große Wiese blickte. "Sag ihr, sie soll suchen und halt die Leine straff, " ermahnte mich Klaus-Peter hinter mir. Froh, dass jemand den Überblick behalten hatte, forderte ich meine Süße auf, nicht rumzukaspern und bis zur Abbiegung ging es dann auch einigermaßen ordentlich geradeaus. An der Kreuzung machte Püppi erst einmal ein bisschen Pause, und nach mehreren sanften Zurechtweisungen fanden wir schließlich mit viel Mühe die Fährte wieder.
Doch schon standen wir der nächsten Herausforderung gegenüber: Auf dem Weg kamen uns zwei ältere Damen mit ihren etwa dackelgroßen Hunden entgegen und erkundigten sich freundlich, ob wir etwas suchten. Ja, wir suchten etwas, nämlich unsere "vermisste Person". Wo die aber war, wußte nur sie selbst. Wir hatten uns, soviel war schon mal klar, nicht ausreichend abgesprochen. Auf Zurufen von Klaus-Peter kam die vermisste Person dann ganz in der Nähe hinter einem Baum hervor. Sally war begeistert und lief auch sofort hin, um mit Schweini zu spielen, dass es natürlich trotzdem als Belohnung gab. Für sie lief alles Klasse.
Und ich brütete erst einmal über meinen Fehlern.
Dann startete Schwesterchen Sally, auch sie brauchte natürlich viel Hilfestellung, aber insgesamt schienen sie und ihr Frauchen viel Spaß an der Sache zu haben.
Sina war die letzte in der Reihe, darüber werden Gabi und Klaus-Peter sicher noch erzählen.
Jeder startete dreimal, und wir mussten alle feststellen, ohne die fachkundige geduldige Hilfe von Meike und Dagmar war das ganz schön schwer. Das wird noch ein weiter Weg.
Spaß hat es trotzdem gebracht. Und wir machen weiter, auf jeden Fall.
Wie war noch der Spruch, den ich neulich gelesen habe?
Ach ja: "Auch der beste Vater hat mal als Amateur angefangen."
Es kann nur besser werden.